Baotou: Chinas Hölle auf Erden

Mothers Dirt

Radioaktiver SeeIn Zeiten massiver Umweltverschmutzung und dem einhergehenden Klimawandel wird der Ruf nach dem Ausbau grüner Energie immer lauter. Am Beispiel der Millionenstadt Baotou wird deutlich, dass Smartphones nicht „smart“ sind und die grüne Energie zum ökologischen Sargnagel werden könnte. Der weltweite Hunger nach Fortschritt mündete dort in einen radioaktiv verseuchten Schlackensee unglaublichen Ausmaßes.

Bringt man China mit massiver Umweltverschmutzung in Verbindung denkt man zuerst an den dichten gelblich-grauen Nebel der dortigen Millionenmetropolen. Verantwortlich gemacht werden fast immer die Kohlekraftwerke, die nach wie vor den Großteil der Energie liefern. Wurde das Problem viele Jahrzehnte verdrängt, ist mittlerweile auch die chinesische Regierung auf den Zug des Umweltschutzes aufgesprungen – zumindest den staatlich gesteuerten Nachrichtenkanälen zufolge. In Europa schon lange Zeit alltäglich, wird nun auch in China hinter den Slogans „Bio, Ressourcenschonend, Nachhaltigkeit und grüner Energie“ die Lösung aller Umweltprobleme gesucht. Bringt man bei uns die großen Windturbinen der Windparks und die Elektroautos…

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9 responses to “Baotou: Chinas Hölle auf Erden”

  1. justrecently says :

    Danke für den Anreißer – ich gucke auch gerne vom Groben ins Detail. Vielleicht finde ich dazu auch etwas in der chinesischen Presse.

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    • schna'sel says :

      Ich hatte dabei auch ganz klar an Sie gedacht. Unbesehen der Tatsache, dass mich die Information interessiert, insbesondere die Aussage, dass natürlich auch in der westlichen Welt seltene Erden gefördert werden könnten. Dass das alles natürlich mal wieder eine Frage der Preise ist. Billige chinesische Arbeitskraft, die ausgebeutet wird, niedrige Umweltstandards die kein geschäftliches Hindernis darstellen bei dem glorreichen Unterfangen, der Welt, Handys, Laptops und Batterien für Elektroautos zu bescheren…

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    • Auerbach says :

      Für den China-Experten, zwar geht es nicht um seltene Erden sondern Robotics, dafür aber auch „closer to home“: http://www.forbes.com/sites/ceibs/2016/05/18/chinas-big-bid-for-germanys-industry-4-0-technology/#173b8a5661ee
      »Midea, the Chinese household appliances (“white goods”) manufacturer just made what analysts called an ‘incredibly high’ bid for German robot maker Kuka. This acquisition would take the Chinese investor right to the heart of Industry 4.0 : Kuka is a leading manufacturer of multifunctional robots that represent an important building block for enterprises upgrading their factories with full automation, the latest human-machine interface functionality, and machine-to-machine communication.« (Forbes)

      Aber die FAZ hat am 2.6. auch was gebracht: »Roboterbauer Kuka China: Politik soll sich bei Übernahme raushalten.
      ––Gabriel und Oettinger wollen eine Übernahme des deutschen Roboterbauers durch ein chinesisches Unternehmen verhindern. Das Außenministerium der Volksrepublik ist alles andere als begeistert.« (FAZ)
      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/china-warnt-vor-politisierung-von-kuka-uebernahme-14265619.html#GEPC;s3

      Fand ich interessant, weil Robotics und AI ja irgendwie das Ding sind. Was sagt der China Experte dazu? Überreaktion auf Seiten der Deutschen?

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    • justrecently says :

      Hyperkomplexes Thema – vermutlich zu komplex für mich. Deutschlands Wirtschaft bzw. Staat-Wirtschaftsbeziehungen sind korporatistischer als z. B. die in Amerika.

      Der US-Ökonom Mike Pettis stellt es dort recht überschaubar dar.

      So gesehen stehen China und Deutschland auf einer Seite der Streitlinie, und Amerika, Griechenland und Spanien auf der anderen. Da machen sich Interessenkonflikte zwischen Deutschland und China nicht so leicht bemerkbar.

      Aber Chinas Außenhandelspolitik ist zentraler gesteuert als die deutsche, und sie ist nationalistischer motiviert. (Das war, glaube ich, auch die japanische in den 1950ern bis 1980ern.) Und aufgrund der unterm Strich immer noch unterschiedlichen technlogischen Levels zwischen DE und CN und einer hohen Aufnahmefähigkeit Chinas für technologische Transfers ist der Verlust einer (Schlüssel)technologie für Deutschland vergleichsweise wahrscheinlich.

      Das heißt nun nicht unbedingt, dass die Poltitik bessere Entscheidungen trifft als ein (mittelständischer) Unternehmer – selbst dann, wenn der Mittelständler keinen Nachfolger hat und nur noch möglichst lukrativ verkaufen will.

      Grundsätzlich wäre es gut, wenn der Mittelstand seine eigenen Nachfolger hervorbrächte. Danach sieht es aber der dort zitierten Statistik nach nicht aus.

      Und dann scheint mir nur die Frage zu bleiben, ob der Staat „strategisch“ kontrollierend eingreifen soll (etwa mit einem Vorkaufsrecht), oder ob er es lassen soll.

      Bitte halten Sie das hier für keine „Expertise“. Solche Fragen stellt man sich ja nicht jeden Tag.

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  2. justrecently says :

    Umweltargumente wurden von chinesischer Seite schon einmal vorgebracht – als nach einer besonders intensiven Streitphase um die Senkaku-/Diaoyutai-Inseln die Lieferungen „seltener Erden“ nach Japan gedrosselt bis eingestellt wurden, bis Tokyo nachgab.

    Tatsächlich sucht Japan seitdem verstärkt nach neuen Lieferanten – aber die müssen ihre Produktion erstmal wieder aufbauen, und so etwas dauert einige Jahre.

    Für die USA, wo es ebenfalls solche Vorkommen gibt, stellt sich obendrein die Frage, ob die Expertise für die Förderung im Land überhaupt noch zu finden ist.

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    • schna'sel says :

      »Für die USA, wo es ebenfalls solche Vorkommen gibt, stellt sich obendrein die Frage, ob die Expertise für die Förderung im Land überhaupt noch zu finden ist.«

      Ist das wahr? Hört sich dekadent an für eine der größten Industrienationen der Welt…

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    • justrecently says :

      Ist das wahr? Hört sich dekadent an für eine der größten Industrienationen der Welt…

      Naja – die letzte Mine wurde meines Wissens in den 1970er Jahren geschlossen. Dafür noch eine Hochschulfakultät vorzuhalten wäre erst recht dekadent. :-))

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      • schna'sel says :

        „Dafür noch eine Hochschulfakultät vorzuhalten wäre erst recht dekadent. :-))“

        Gut, in den 70ern gab es diesen Bedarf an seltenen Erden noch nicht in der Form. Vordergründig ist das also richtig. Aber das Bild wird ja erst komplett durch die Tatsache, dass dieser Zustand hier und heute nur möglich ist, weil irgendwo auf der Welt Menschen radioaktiv verseuchtes Wasser trinken müssen. Und da liegt m.E. auch der Ursprung der Dekadenz, die nicht nur für diese Schieflage verantwortlich ist.

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      • justrecently says :

        Jedenfalls bietet der Artikel einen eindrucksvollen Einblick in die dunkleren Seiten der hiesigen Windrad- und Photovoltaik-Idylle. Gewinnmaximierung und Nachhaltigkeit passen nicht zusammen.

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