Morning Roundup: Dunkelgrün

by Auerbach und JR

Die Fernsehnation muss handeln

Deutschlands Fernsehzuschauer müssen sich in den kommenden Jahren gleich auf drei einschneidende Umstellungen einstellen, meldete die „Welt“ am Freitag:

Zuerst wird das bisherige Antennenfernsehen DVB-T abgeschaltet und auf einen neuen Standard umgestellt. Dann verschwindet das analoge Fernsehen aus dem TV-Kabel. Und schließlich wird die Übertragung im Standard-Format eingestellt.

Wer als TV-Verbraucher nicht handle, stehe vor einem „Blackout“, so der Autor, Thomas Heuzeroth.

 

 

Merkel_Gruene

Wer jetzt nicht austritt, findet sich in der Christlich-Demokratischen Union – vor 1970 – wieder // Illustration: Sofortbild_blog

Wer jetzt noch grünes Parteimitglied ist …

… sollte die Gesichter in seiner näheren politischen Umgebung bei Gelegenheit mal abstauben und sie sich genau angucken:

Die Anhängerschaft der Grünen setzt den Angaben zufolge stärker auf Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU, 51 Prozent) und die evangelische Theologin Margot Käßmann (ebenfalls 51 Prozent) als auf Steinmeier (42 Prozent),

meldet die „Zeit“ online.

Das ist schwärzer als schwarz. Wer jetzt nicht austritt, findet sich in der Christlich-Demokratischen Union – vor 1970 – wieder. Und steht vor einem Blackout.

(Dass 42 Prozent Steinmeier gut finden, bringt auch kein Licht ins Dunkel.)

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Spratley-Inseln: Philippinen gegen China

Experten aus mehreren Ländern unterstützen laut einer Xinhua-Meldung vom Donnerstag die chinesische Position, der zufolge eine Initiative der Philippinen vor dem Ständigen Schiedshof in Den Haag nicht zulässig sei.

Die Experten sehen keine Zuständigkeit des Schiedshofes, Entscheidungen zu Souveränitätsrechten zu treffen – vergleiche zu diesem Argument auch „Shangri-La“, drittletzte Headline im Morning Roundup am vorigen Samstag. Xinhua interviewte zu diesem Thema einen pakistanischen Gesprächspartner, Joseph Matthews vom ASEAN Education Center und Stefan Talmon, Anwalt und Rechtswissenschaftler in Bonn.

Der Schiedshof selbst allerdings erklärte sich im Oktober vorigen Jahres für zuständig. Beijing erklärte, man werde an den Verhandlungen in den Haag nicht teilnehmen, und warf den Philippinen vor, diplomatische Kanäle nicht vollständig genutzt zu haben. Dafür nutzt Beijing die diplomatischenb Kanäle jetzt noch einmal b8is zum Anschlag: Hong Lei, ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, rief den neugewählten philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte dazu auf, das Schiedsverfahren in den Haag zurückzuziehen.

Drei Rechtswissenschaftler aus Hainan und den USA erklärten im Januar in einem Artikel für die Singapurer „Straits Times“, wie die chinesische Position zustande kam.

Die Entscheidung des Schiedshofes dürfte unmittelbar bevorstehen. Eine Konfliktlösung würde sich daraus allerdings wohl allenfalls ergeben, wenn der Schiedshof China auf ganzer Linie recht gibt.

 

+++ Der Künstler +++

RUSSLAND. Der russische Konzeptkünstler Pjotr Pawlenski – a.k.a Der Hodennagler – soll nun doch nicht ins Gefängnis. Nach sechsmonatiger Untersuchungshaft und einer Einweisung in die Psychiatrie, forderte die Anklage für seine letzte Kunstaktion überraschend nur eine Geldstrafe. In Pawlenskis spektakulärem Kampf gegen die Politik Putins, hatte der Künstler Tore der FSB-Inlandgeheimdienst-Zentrale in Brand gesetzt. »Beschädigung von Kulturgut«, sagen die Moskauer Staatsanwälte. »Eine Farce ist das«, sagt der Angeklagte Pawlenski (siehe Nachtkritik 07.06.16).

 

Mehr zu der Arbeit Pawlenskis im Freitag: Wladimir Velminski (der Freitag | 18.05.2016) Ich opfere nicht.

Russland Der Aktionskünstler Pjotr Pawlenski sitzt seit sechs Monaten in Haft und schweigt. Viele sehen in ihm einen Helden. Nun meldet er sich zu Wort: Den folgenden Text Heroisierungen, in dem er seine Ambitionen und Ziele verdeutlicht, hat er in den vergangenen Tagen hinter Gittern verfasst. (der Freitag 18.5.16)

Oder im Freitag-ARCHIV (2014): Shaun Walker, Ich ist ein Stück Kadaver, der Freitag Ausgabe 0714 | 26.02.2014 https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/ich-ist-ein-stueck-kadaver/view

 

+++ Update / 11/06/2016 –10:36 Uhr +++

LITERATUR: Karl Ove Knausgaard zum 100. Jubiläum von James Joyces A Portrait of the Artist as a Young Man

Karl Ove Knausgaard zum 100. Jubiläum von James Joyces »A Portrait of the Artist as a Young Man« über die Entstehugsgeschichte des Buches. Wie alles von Knausgaard, großartig geschieben; der Longread des Wochenendes, New York Times 25.5.2016.

»The reviews spoke of the author’s “cloacal obsession” and “the slime of foul sewers,” comments that seem strange today, insofar as it is the subjective aspect of the book, the struggle that goes on inside the mind of its young protagonist, that perhaps stands out to us now as its most striking feature. What appeared at the time to be unprecedented about the novel seems more mundane to us today, whereas what then came across as mundane now seems unprecedented. Joyce’s novel remains vital, in contrast to almost all other novels published in 1916, because he forcefully strived toward an idiosyncratic form of expression, a language intrinsic to the story he wanted to tell, about the young protagonist, Stephen Dedalus, and his formative years in Dublin, in which uniqueness was the very point and the question of what constitutes the individual was the issue posed.« Karl Ove Knausgaard, A Portrait of the Artist as a Young Man, New York Times 25.5.2016.

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About justrecently

Blogging about China - the economy, politics, and society. Translating Chinese press articles into English. Making Net Nanny talk.

2 responses to “Morning Roundup: Dunkelgrün”

  1. Auerbach says :

    Hat dies auf montagfrei rebloggt.

    Gefällt 1 Person

  2. justrecently says :

    Die schwarze Ahnengalerie im Hintergrund sehe ich erst jetzt. Schaurig-schön.

    Gefällt 1 Person

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