Morning Roundup: … und Raus bist du

Großbritannien und Nordirland verlassen die EU

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Für die Brexiter ist es vollbracht: England, Schottland, Wales und Nordirland verlassen dem jetzt geltenden Fahrplan zufolge die Europäische Union.

Das wird allerdings nicht von heute auf morgen passieren. Grob zusammengefasst, skizziert die BBC einen Prozess, der etwa zwei Jahre dauern dürfte, bevor auch nur der Austritt abgeschlossen ist. Und je näher der Austrittstermin rückt, desto mehr wird London unter dem Druck stehen, mit der EU bessere Handelsbedingungen zu erreichen als die WTO-Regeln, die andernfalls in Kraft treten dürften.

62 Prozent der schottischen Stimmen waren für einen Verbleib in der Europäischen Union; in Wales entschieden sich die aktiven Wähler mehrheitlich (52,5%) für den Brexit. Und 56% der nordirischen Teilnehmer am Referendum wollten in der EU bleiben.

Nun fragt sich womöglich, wer dort im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland bleiben will, oder wer womöglich ein Referendum über eine Trennung und einen selbständigen Beitritt zur EU anstreben wird.

Aber auch das wären Verfahren, die dauern würden. Zum einen müsste ein Verfahren zu den Referenden entwickelt werden. Und auch der Beitritt zur EU könnte dauern: andere Länder, die auch nicht erst seit gestern auf ihre Mitgliedschaft warten, wären zumindest theoretisch vorher dran.

David Cameron kündigt Rücktritt an

Update (09:35)

Zitat des Tages

Update (15:50)

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Übersetzung:

Ich dachte, „Remain“ würde gewinnen. Ich war nicht der Meinung, dass meine Stimme etwas bedeute. Ich bin jetzt ziemlich besorgt.

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About Auerbach

Australian-German artist-designer-publisher, with a passion for politics, currently based in Frankfurt and London. Covering a wide range of artistic production in the Visual Arts - exhibitions, design, curatorial. Zylvia has designed several publications for major art book publishers.

25 responses to “Morning Roundup: … und Raus bist du”

  1. Auerbach says :

    Hat dies auf montagfrei rebloggt.

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  2. Auerbach says :

    Befinde mich noch in Schockstarre.

    Das Ende einer Ära, das Ende von Argumenten in der Politik.
    Die Alten gewinnen und stimmen für eine Zukunft, die die Jungen so nicht wollen. Schlimm. Und das Pfund auf dem niedrigsten Stand seit 1985

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    • justrecently says :


      Das Ende einer Ära, das Ende von Argumenten in der Politik.

      Naja. Das sehe ich nicht so als eine Zäsur, sondern als eine Fortsetzung. Politik funktioniert schon lange mit symbolischen Auslösern oder Reizgebern anstelle von Argumenten.
      Mir scheint, mehr wollen die meisten Menschen – ob jung oder alt – auch gar nicht. Deliberative Demokratie z. B. würde einen Zeitaufwand verlangen, den sie unzumutbar fänden.

      Insofern würde ich jetzt auch nicht so auf das Alt-Jung-Argument setzen. Auch das ist symbolisch sehr aufgeladen, und Fakt ist, dass es Alte und Junge in beiden Lagern gab.

      It’s one man, one vote. Eine der wenigen Weisheiten, an die ich tatsächlich glaube, weil’s das einzig Praktikable ist, sofern man nicht „alles“ falsch machen will. 🙂

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  3. Auerbach says :

    Das Cameron-Video ist großartig. Super Blog.

    Aus Brüssel ist es doch schon sehr still … Nur Schmidt hat einen kurzen, knappen „Reisende soll man nicht aufhalten, jetzt wissen wir woran wir sind“- Tweet abgegeben. Juncker hat noch gar keine Reaktion gezeigt, Merkel und Schäuble ebenfalls Funkstille. Um 10:30 trifft sich Juncker wohl in Brüssel mit Vertretern der Commission. Es bleibt spannend. Was für ein Tag.

    Die AfD will eine EU-Abstimmung für Deutschland durchsetzen … Ohu menno.

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    • justrecently says :


      Nur Schmidt hat einen kurzen, knappen „Reisende soll man nicht aufhalten, jetzt wissen wir woran wir sind“- Tweet abgegeben

      Schmidt? Ich dachte, der wäre tot.

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    • justrecently says :


      Die AfD will eine EU-Abstimmung für Deutschland durchsetzen

      Wie blöd ist das denn? Das klingt wie „1984 – Russland will eine Abstimmung über den Austritt aus der Sowjetunion durchsetzen“.

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      • Auerbach says :

        Farage über die NHS Gelder im Interview heute Morgen … die #LEAVE-Kampagne wurde bewusst auf faslsche Versprechungen/Lügen aufgebaut. Echt schlimm. Die armen Wähler, die auf etwas besseres gehofft hatten.

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      • justrecently says :


        Die armen Wähler, die auf etwas besseres gehofft hatten

        Nun ja … wenn das überwiegend ältere Yes-Voter waren, dann beneide ich sie um ihren Optimismus. Was so lange gehalten hat, geht auch mit dem UKIP-Beschiss nicht mehr kaputt.
        🙂

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      • justrecently says :

        Ich mach‘ dann mal den morgigen Roundup, ist Ihnen das recht? Vielleicht nicht mit zu viel Brexit; welchen Gefahren und Optionen Briten (zusammen und je nach Nationalität) und die EU-Länder (zusammen und je usw.) jetzt haben, wird sich sowieso frühestens nächste Woche abzeichnen. Die Berichterstattung der nächsten 48 Stunden wird wohl eher spekulativ sein.

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        • Auerbach says :

          Ja, super. Ich sitze gerade noch an etwas Arbeit. Heute Abend erstelle ich dann mal eine Linkliste der besten Texte und Kommentare zum BREXIT. Es gab einfach auch viel Kluges dazu. Ich versuche das alles zu sammeln.

          Bin immer noch völlig fertig. Dass ich den Zerfall Europas je so erleben würde, hätte ich niemals für möglich gehalten. Die Bevölkerung hat sich bequatschen, belügen und verschaukeln lassen. Die gesamte Brexit-Debatte, ein Symptom postdemokratischer Zustände. Hach, wie soll das nur weitergehen?

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          • Diander says :

            Büdde sehr, Wahlanalyse von ND:

            „hat vor allem die »DE-Class« für den Brexit gestimmt. Der Begriff fasst die unteren sozialen Schichten zusammen. Demnach versammeln sich vor allem unter den nicht-ausgebildeten Arbeitern, Geringverdienern, Rentnern und Personen, die auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind, mit 63 Prozent mehrheitlich EU-Gegner. Die veröffentlichten Zahlen stellen so einen Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau und dem Abstimmungsverhalten heraus. Abiturienten (58 Prozent) und Hochschulabsolventen (70 Prozent) sollen demnach zur Seite der EU-Befürworter gehören.

            Grüßle, Diander

            Gefällt 2 Personen

          • justrecently says :

            Es liegt mir fern, Un-/Halbbildung etc. zu idealisieren – die Probleme, die auf ein gestörtes Verhältnis zum Denken zurückgehen, sind ja vor aller Augen.

            Aber ich idealisiere auch nicht die Bildung. Jacques Ellul, ein französischer Soziologe des vorigen Jahrhunderts, wies zu Recht darauf hin, dass kein Mensch so sehr auf Propaganda angewiesen sei wie der Intelellektuelle – der auch nicht alles begreifen könne, was er erfährt, aber zu allem eine Position einnehmen müsse.

            Man kann den weniger Gebildeten unter den Brexit-Votern also auch vorwerfen, einfach nicht die richtigen Zeitungen gelesen zu haben. 🙂

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        • justrecently says :

          Was macht Sie so sicher, dass Sie den Zerfall Europas erleben?

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      • justrecently says :

        Prime Minister’s Questions am 15.06., Jeremy Corbyn:

        Will the Prime Minister take this opportunity to condemn the opportunism of 57 of his colleagues who are pro-leave—these are Members who backed the bedroom tax, backed cutting disability benefits and backed slashing care for the elderly—who have suddenly had a Damascene conversion to the anti-austerity movement? Does he have any message for them at all?

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  4. Auerbach says :

    Der Kommentar des Tages: »I thought remain would win«, … chiii
    Irre, oder. Ich liebe die Briten, wat soll ich sagen, bin ja halb‘ Britisch … Engalnd gehört für mich einfach dazu. Die EU ohne England ist für mich einfach unvorstellbar.

    Apropos Zerfall: Le Pen will ein Referendum; Wilders ebenfalls … und Griechenland bräuchte sowieso schon lange eine eigene Währung, um aus den Schulden raus zu kommen.

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