Morning Roundup: Gott strafe England

Anschlag auf Istanbuler Atatürk-Flughafen

Drei Angreifer eröffneten in der vergangenen Nacht auf dem internationalen Flughafen Atatürk am Zugang zum Terminal das Feuer und sprengten sich in die Luft, nachdem die Polizei ihrerseits das Feuer auf sie eröffnete, berichtete am frühen Morgen die BBC, die sich dabei auf Offizielle bezieht. Laut BBC wurden 36 Menschen getötet. In einer dpa-Meldung bei der „WZ“ um 23:29 war die Rede von mehr als 30 Toten und 60 Verletzten gewesen, darunter 28 Opfer.

Atatürk Airport gelte seit langem als verwundbares Ziel; es gebe dort X-ray scanners am Terminalzugang, aber nur begrenzt Sicherheitsprüfungen für Autos, so die BBC.

Der Flughafen befindet sich auf der europäischen Seite Istanbuls im Stadtgebiet, mit entsprechend eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten. Ein zweiter internationaler Flughafen Istanbuls – auf der asiatischen Seite – ist der Sabiha Gökçen International Airport.

Ein dritter Flughafen, wiederum auf der europäischen Seite, befindet sich seit 2015 im Bau und soll im Februar 2018 mit dem Namen Istanbul New Airport in Betrieb gehen.

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+++Update[13:30]: Deaths rise to 41, with 239 hurt, BBC News+++

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Gott strafe England

Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1707419

Public Domain, click picture for source

Qualitätsmedienoffensive – das hört sich gemein an, und ist auch gemein gemeint. Gemeint ist die deutsche Brexit-Berichterstattung.

Endlich macht Resteuropa wieder Spaß, findet „achgut“.

 

Juncker_kisses_Farage2

Seinen Feinden gibt man gern ein Küsschen

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wird die Fähigkeit nachgesagt, die ganze Welt umarmen zu können. Also auch den britischen UKIP-Chef Nigel Farage.

Über „Sein oder Nichtsein“ der EU diskutiere man nicht alle Tage, so die „Deutsche Welle“. Ein Prinz in Dänemark meinte damit Tod & Suizid; ein König und Kaiser weiter südlich, rund fünf Jahrhunderte später, meinte damit Krieg.

David Cameron stellte auf einem Treffen mit europäischen Kollegen die Forderung nach mehr Kontrolle über Einwanderung. Angela Merkel wird in der „Welt“ mit den Worten zitiert, „wir sind Politiker. Wir sind nicht dafür da, uns mit Trauer aufzuhalten.“

Allerdings schreiben die „Welt“-Korrespondenten auch – vorsichtig, sehr vorsichtig – etwas über ein womögliches Hintertürchen, durch das Großbritannien wieder hereinkommen könnte.

Eins spricht jedenfalls dafür, dass die alte Routine weitergehen könnte: Cameron stellt immer noch Forderungen.

Oder schon wieder. Dann könnte die „Qualitätsmedienoffensive“ (siehe oben) aber ganz schön sauer werden.

 

North Korea & South Korea

Nordkorea: All-Koreanisches Einheitsmeeting

Xinhua am 27.06.16

Nordkorea veröffentlichte am 27. Juni einen offenen Brief mit dem Vorschlag, um den 15. August herum eine all-koreanische Vereinigungsversammlung unter Teilnahme der nord- und südkoreanischen Behörden abzuhalten.

朝鲜27日发表公开信,提议在8月15日前后举行由北南当局等参加的全民族统一大会。

[Die nordkoreanische Nachrichtenagentur] KCNA berichtete am 27. Juni, die nordkoreanische Seite schlage in ihrem offenen Brief eine gemeinsame nationale Versammlung um den 15. August herum in Pyongyang oder Kaesong vor, unter Teilnahme der nord- und südkoreanischen Regierungsbehörden, Delegierte in- und ausländischer politischer Parteien und von Persönlichkeiten verschiedener gesellschaftlicher Kreise.

据朝中社27日报道,朝方在公开信中提议8月15日前后在平壤或开城举行由北南政府当局、国内外政党、团体代表、各界人士参加的民族大会,会议名称拟定为致力于朝鲜半岛和平与自主统一的北南、海外政党、团体、各界人士联席会议。

In dem offenen Brief heißt es, wenn die südkoreanische Seite hinsichtlich der Zeit, des Ortes, Teilnehmer, Gesprächsthemen usw. konstgruktive Vorschläge habe, werde die nordkoreanische Seite diese vollständig prüfen. Die nordkoreanische Seite schlug außerdem vor, im Juli hinsichtlich eines gesamtnationalen Vorbereitungskomitees und den Angelegenheiten aller Seiten routinemäßig Kontakt aufzunehmen.

公开信说,如果韩方对联席会议的时间、地点、参加对象、讨论事项等提出建设性意见,朝方有意对此进行充分考虑。朝方还提议,于7月就组建全民族共同准备委员会与各方举行事务性接触。

Der offene Brief ruft die südkoreanischen Behörden, die inländischen politischen Parteien, Organisationen und Menschen von Verstand und Erfahrung zu einer positiven Reaktion auf den nordkoreanischen Aufruf auf.

公开信呼吁韩国当局、国内外政党、团体和有识之士积极响应朝方号召。

Am 15. August 1945 hatte Japan die bedingungslose Kapitulation verkündet und seine Kolonialverwaltung der koreanischen Halbinsel beendet. Nordkorea hat den Tag zum „vaterländischen Befreiungstag“ erklärt.

1945年8月15日,日本宣布无条件投降,终结了在朝鲜半岛的殖民统治。朝鲜将这一天定为“祖国解放日”。

Reaktion der Regierung Südkoreas, lt. einem KBS-Bericht (auf Deutsch) vom 28.06.16:

Die nukleare Abrüstung Nordkoreas sei eine Voraussetzung für die Wiederaufnahme des innerkoreanischen Dialogs und Austausches, sagte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums. Es sei unaufrichtig, ein Gesprächsangebot zu unterbreiten, wenn gleichzeitig Atomversuche und Raketentests stattfänden.

Der Wortlaut des offenen Briefs findet sich hier (soweit vernehmbar).

 

 

+++ UPDATE [12: 00 Uhr] +++__by Auerbach

#CETA.

+++ Die erlebt mit dem ein Beben … und macht mit einfach genauso weiter wie zuvor. Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, befürchtet »nationale Blockaden« und beschließt das #CETA Freihandelsabkommen mit Kanada ohne Zustimmung der nationalen Parlamente in Kraft zu setzen (siehe ZEIT v. 28.06.2016). Auch die FAZ berichtet, Jean-Claude Juncker wolle über das Freihandelsabkommen mit Kanada nur das EU-Parlament abstimmen lassen. Ein Bruch demokratischer Entscheidungsprozesse.

»Mehrere EU-Staaten, darunter Deutschland, hatten sich zuletzt dagegen ausgesprochen, Ceta als reines EU-Abkommen einzustufen und nach dem normalen EU-Gesetzgebungsverfahren zu behandeln. Denn dies würde dazu führen, dass an der Ratifizierung zwar das EU-Parlament beteiligt würde, dass nationale Parlamente wie der Bundestag aber nicht abstimmen könnten. In Berlin wird dies jedoch wegen der kritischen Öffentlichkeit für unverzichtbar gehalten. (…) In Brüssel besteht seit längerem die Sorge, dass Parlamente einzelner Staaten die Weiterentwicklung der europäischen Handelspolitik blockieren könnten.« FAZ, Juncker bestätigt Ausschluss nationaler Parlamente, 28.06.’16

 

Erste Reaktionen zur Ankündigung Junckers:

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Blogging about China - the economy, politics, and society. Translating Chinese press articles into English. Making Net Nanny talk.

5 responses to “Morning Roundup: Gott strafe England”

  1. Auerbach says :

    Hat dies auf montagfrei rebloggt.

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    • justrecently says :

      Ich schlage vor, ich mache den morgigen Roundup und vielleicht auch den übermorgenden Freitag (morgen abend weiß ich mehr); Samstag, Sonntag und Montag bleiben dann – soweit Sie wollen, nur keinen Stress – an Ihnen hängen. 🙂

      Dienstag wäre ich dann wieder schreibbereit.

      Gefällt 1 Person

  2. Auerbach says :

    Das passt mir sehr gut, hihi, geradezu perfekt. Da bei mir morgen und übermorgen noch Abgabe ist. Danach, dann aber wieder mehr Luft.
    Wir könnten vielleicht mal eine kleine Blattkritik machen, Beobachtungen austauschen, was gut klappt etc. Und ich stelle meinen Mottotext rein.

    Was ist eigendlich mit dem Rest der Gang? Meister Ban und Schna’sel? Ich hatte die letzten Wochen so viel zu tun, keine Zeit die Entwicklungen zu verfolgen, war da was? … Helena sagte sie mailt einen Text, bisher kam aber noch nichts, also vielleicht später, irgendwann. Jedenfalls finde ich das was hier zustandekommt irre. Wahnsinn. Irre toll! Und spannend. Es entwickelt sich. :)))

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    • justrecently says :

      … keine Zeit die Entwicklungen zu verfolgen, war da was?

      Verkracht haben wir uns jedenfalls nicht – oder nicht, dass ich wüsste.

      Aber Scha’sel hatte ich schon während seiner aktiveren Phase auf diesem Blog so verstanden, dass er es ruhig angehen wollte.

      Und so oder so: drängeln bringt nichts. Wer mag, tut, was er kann.

      Blattkritik ist gut – wir müssen mal reflektieren. Was mir aber wirlich gut gefällt, ist das Theme/Layout, bei dem man fast genau das bekommt, was vorher im Editor steht.

      Und Ihre Holzschnittbilder geben dem seichten Leben der Junckers und Merkels fast so etwas wie Größe. 😉

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      • Auerbach says :

        Lese gerade: Die Deutsche Bank und auch Santander haben wohl den Streetest in USA nicht bestanden, was, wenn es so wäre für die DB – in ihrer angeschlagenen Lage – wahrscheinlich dramatische Folgen hätte …

        Hatte eben auch noch das hier bei Paul Mason im Feed angesehen — die Establishment These hinter dem #brexit und den englischen Medien

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