Archiv | Allgemein RSS for this section

Falk Richter: Die Neue Rechte ist gefährlich

Travestie für Deutschland

Falk Richter, 48, inszenierte schon während seines Studiums erfolgreich in Hamburg, bevor er 1999 mit GOTT IST EIN DJ zum Kritikerliebling wurde. Das Pegida-Jahr 2015 kommentierte er mit der Dunkeldeutschland-Satire FEAR, die Richter über die Feuilleton-Grenzen hinaus bekannt machte. Heute zählt er dank zahlreicher, politischer Ensemble-Arbeiten zu den wichtigsten deutschsprachigen Dramatikern.

Laut Wahlprogramm sieht die Alternative für Deutschland das Theater „in der Pflicht, einen positiven Bezug zur eigenen Heimat zu fördern“ – wo dies ihrer Meinung nach nicht geschieht, werden Eklats inszeniert und Kulturbolschewismus angeklagt. Siehst du diese Entwicklung als Gefahr für die Kunstfreiheit?

Zunächst einmal ist diese Forderung der Rechtspopulisten völliger Unsinn. Die Kunst ist frei in Deutschland und das Theater muss sich von keiner Partei sagen lassen, was es in welcher Form und mit welcher parteikonformen Aussage auf die Bühne zu bringen hat. Der Kampf, den die AfD gegen die Kunst- und Meinungsfreiheit führt, ist eine Gefahr nicht nur für…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.537 weitere Wörter

Advertisements

Catalonia, open letter to Juncker and Tusk: the silence of the EU is unjustifiable

Alfred de Zayas' Human Rights Corner

https://www.pressenza.com/2017/11/catalonia-open-letter-to-juncker-and-tusk-the-silence-of-the-eu-is-unjustifiable/

In front of the repressive escalation in Catalonia, 185 politicians, intellectuals, academics and MEPs have signed an open letter to European Commission President Juncker and European Council President Tusk to urge the European Union to intervene for the salvation of fundamental freedoms.

Dear President Juncker, dear President Tusk:

We are scholars, politicians, public intellectuals and members of the European Parliament writing to you with the following concern:

The European Union has proclaimed the Rule of Law principle and respect for fundamental rights and freedoms to be binding on its Member States (Articles 2 and 6 of the Lisbon Treaty). The EU’s leadership has been a staunch protector of these fundamental norms, most recently in countering the Polish government’s attempts to undermine the independence of judges as well as the Hungarian government’s actions to limit civil society and media freedoms.

However, we are deeply concerned that the EU’s governing bodies…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.942 weitere Wörter

Wohin sich die Welt bewegt

Tin Fischer

Vor einem Jahr habe ich den Social-Bot @liegtimtrend eingerichtet, der automatisch alles twittert, was Medienberichten zufolge „im Trend“ liegt. Für alle, die wissen wollen, wohin sich die Welt bewegt:

Tanzen und Fitness liegen im Trend
Unternehmensanleihen liegen im Trend
Trauungen an besonderen Orten liegen im Trend
Traumtanzen liegt im Trend
Kork liegt im Trend
Klassische Ausbildung liegt im Trend
Der preisbewusste Online-Einkauf liegt im Trend
Gärtnern liegt im Trend
Campen liegt im Trend
Solo-Reisen liegen im Trend
Versorgungszentren liegen im Trend
Alleine reisen liegt im Trend
Der Bierdurst lässt nach – aber eine Sorte liegt im Trend
Mehr Bewegung liegt im Trend
Betten & Matratzen im Internet kaufen liegt im Trend
Ehrenamtliches Engagement: Kurzeinsätze liegen im Trend
Hütten-Hopping liegt im Trend
Manuka-Honig liegt im Trend
Pediküre: Ohne Lack liegt im Trend
Baumgrabanlagen liegen im Trend
Wiesengräber liegen im Trend
Anhänger bzw. Charms liegen im Trend
Hamburg liegt im Trend
Regionale…

Ursprünglichen Post anzeigen 804 weitere Wörter

Saubere Arbeit

m&funk

Vormittags geschrieben:

Elke Twesten betreibt freie Volksvertreterei in Niedersachsen und bekommt „weiterhin 6809,85 Euro im Monat, dazu noch mal 1088 Euro als steuerfreie Aufwandsentschädigung” [1]. Anders, als „groteskerweise” [1.1] im Netz zu lesen, gebe es vonseiten der CDU keine Versprechungen oder Ablösesummen. Sie sei keine Verräterin, sie fühle sich sehr gut. [1.2]

Stephan Weil, oberster Niedersächs*Innen-Vertreter, sagt, es sei „schlichtweg falsch” [2], dass er seine Regierungserklärung vom 13. Oktober 2015 von der Volkswagen AG hätte „aufhübschen” („genehmigen”/„nachbessern”) lassen. Was er gesagt habe, sei O-Ton Weil. Denn „es habe die Zukunft des VW-Konzerns auf dem Spiel gestanden”, Was „mittelbar auch für das Land Niedersachsen von allergrößter Bedeutung” gewesen sei.

Jubel, Applaus und „USA! USA!”-Sprechchöre hellauf begeisterter Polizisten bei einer von Trumps berüchtigten Hate-Speeches. „I

Ursprünglichen Post anzeigen 197 weitere Wörter

GLEICH & GLEICH

m&funk

Der Typ da vorn
sieht zu uns her.
Wie führst du den?
Den führ ich ver.

Er lutscht an
deinem großen Zeh?
Dann tört er dich.
Er tört mich be.

Tatütata
und schubidu.
Seid sammen ihr?
Sind sammen zu.

Er hat gerade
keinen Lauf.
Wie fängst du ihn?
Ich fang ihn auf.

Die Pflanze da
ist schief und krumm.
Wie topfst du die?
Die topf ich um.

Was macht denn
Eure Liebelei?
Wie rätst du ihn?
Ich rat ihn hei.

Dann kommen sie
von nah und fern,
denn gleich und gleich
gestellt sich gern.

Ursprünglichen Post anzeigen

Deko und Diskurs

Bildschirmfoto 2017-07-19 um 12.10.13

Bei Perlentaucher habe ich einen Essay veröffentlicht, in dem ich darüber spekuliere, ob in der Kunst so etwas wie ein Schisma bevorsteht. Gerade die jüngsten Erfahrungen des ‚Superkunstjahrs 2017‘ bewegen mich dazu. Wird man also auch in zehn Jahren noch von einem Superkunstjahr sprechen?

„Selbst und gerade wenn die Preise auf Großmessen dann noch höher und die kuratorischen Botschaften auf Großereignissen noch lauter und politischer als heute sein sollten, könnte es sein, dass niemand mehr ein Superkunstjahr erkennen kann. Und dies aus dem einfachen Grund, dass eine Documenta und eine Art Basel – allgemeiner: ein kuratorisches und ein kommerzielles Event – nicht mehr gleichermaßen als Kunstveranstaltungen wahrgenommen werden. Tatsächlich scheint mir vorstellbar, dass innerhalb der bildenden Kunst ein Schisma stattfindet, weil sich all das, was bisher noch unter ‚Kunst‘ gefasst werden konnte, immer weiter auseinanderentwickelt. Ein Schisma – das hieße, dass sich einzelne Teile des Kunstbetriebs abspalten, sich institutionell verselbständigen…

Ursprünglichen Post anzeigen 20 weitere Wörter