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Reading List

Bücherstapel

 

»Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.«

Wie lässt sich der Wert kreativer Arbeit messen? Was ist künstlerische Arbeit überhaupt wert?

Für den Anfang an dieser Stelle eine politische Leseliste, mit Dank an die New Yorker Künsterorganisation WAGE FOR WORK.

Über Anregungen und Ergänzungen freuen wir uns,

Euer Sofortbild-Blog Team

 

A

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Essay „Kunst & Flüchtlinge: Gewissensdienstleistung statt Empathie?“

Auf den Seiten des „Perlentaucher“ habe ich die überarbeitete Version eines Vortrags, den ich am 17. Juni 2016 auf dem Symposium „Ästhetischer Widerstand gegen Zerstörung und Selbstzerstörung“ in Erlangen gehalten habe, als Essay veröffentlicht:

„Die meisten Projekte, die Kunstaktivisten und Künstler im Verlauf des letzten Jahres zum Thema ‚Flüchtlinge’ gemacht haben, wecken bei mir Unbehagen. Sollte ich gerade die Aktionen, die am meisten Medienaufmerksamkeit bekommen haben, allgemein charakterisieren, kämen mir Adjektive wie ‚martialisch’, ‚indezent’ oder ‚kalt’ in den Sinn. Doch verweisen diese Eigenschaften auch auf die gesellschaftliche Funktion derartiger Kunstprojekte. Sie soll im Folgenden analysiert werden – am Leitfaden jenes Unbehagens.“

Hier geht es zum kompletten Essay!

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Morning Roundup: Kunst kennt keine Krise

LONDON. Just in Time, kurz vor dem #BREXIT-Votum in 7 Tagen, eröffnet die TATE Modern ihren vieldiskutierten Anbau. Anders als bei der Elbphilharmonie in Hamburg waren die Architekten Herzog und de Meuron in London »on time & within budget«.

NYT :: What to See First: Your GPS Guide to the Tate Modern http://www.nytimes.com/2016/06/15/arts/design/oh-what-a-view-inside-and-out-at-the-growing-tate-modern.html?smid=tw-nytimesarts&smtyp=cur

ZÜRICH. Die MANIFESTA Biennale der Gegenwartskunst wurde vor einer Woche eröffnet. +++ Im Rahmen der Ausstellung stellt der Schriftsteller Michel Houellebecq Röntgenaufnahmen im Palais de Tokyo aus. +++

Das Kulturportal Perlentaucher zitiert Till Briegleb in der SZ und fasst die Manifesta jedoch als entdeckungsarm und unpolitisch zusammen:

»Trotz ihres Themas – die Künstler sollten sich von den Berufen ausgewählter Zürcher Gastgeber inspirieren lassen – handelt es sich um eine nahezu vollständig unpolitische Biennale […] Von den versteckten Konflikten einer angespannten Gesellschaft ist eigentlich nur dort etwas zu spüren, wo vorsichtig am Status der reichen Vornehmheit gekratzt wird.« Till Briegleb, SZ

 

+++ BASEL. Heute eröffnet die Mutter aller Kunstmessen, die ART BASEL, ihre Tore. Basel befindet sich für die nächsten Tage also im Ausnahmezustand. Denn nirgends wird die Krise deutlicher, als auf dieser Messe. Vor dem Hintergrund bombastischer schweizer Zollfreilager heben finanzkräftige Sammler Geld aus den Nummernkonten ab, um in Partylaune zeitgenössische Kunst zu erwerben. Während der Krise boomt der Kunstmarkt ungebremst. Das macht nachdenklich.

 

+++ Échauffements in Kürze +++

 

+++ PEGIDA Jahrestag. In Dresden werden tausende Demonstranten und Gegendemonstranten erwartet, zur Meldung in der SZ. +++

+++ CLAUSNITZ. Verfahren gegen Polizisten eingestellt
Nach dem fremdenfeindlichen Polizeieinsatz in Clausnitz hagelte es Anzeigen. Jetzt stellte die Staatsanwaltschaft die Verfahren gegen zwei Beamte ein. Strafbefehle ergingen jedoch gegen vier Demonstranten. Matthias Meisner berichtet im Tagesspiegel (08.06.16). +++

»Ich halte die Einstellung des Verfahrens für ein falsches Signal. Richtig wäre gewesen, den Sachverhalt vor Gericht aufklären zu lassen. Durch die Verfahrenseinstellung entsteht der Eindruck, dass die Staatsanwaltschaft bei Polizeiübergriffen die Augen zudrückt. Jubeln wird über die Einstellung nur der braune Mob, der in Clausnitz verängstigte Flüchtlinge massiv bedrohte.« Niema Movassat, Tagesspiegel

 

+++ PARIS. Bei der Demonstration #LoiTravail / #NuitDebout (siehe Sofortbilds Morning Roundup v. 15.06.16) gegen das neue, neoliberale Arbeitsmarktgesetz am 14. Juni kam es zwischen Polizei und Demonstranten zu Auseinandersetzungen, ein Demonstrant schwebt in Lebensgefahr, berichtet ND. Augenzeugen sprechen von Polizeigewalt gegen die Bevölkerung und der Einschräkung demokratischer Grundrechte.

+++ Die Hintergründe, gut zusammengefasst von Emmanuel Sanséau, für die Webseite Rebelyon aus Lyon: A brief introduction to the current social unrest in France.

+++ Zinsen für BUNDESANLEIHEN auf Rekordtief. Über die Negativzinsen und eine schöne Geschäftsidee dazu …

 

Morning Roundup: Dunkelgrün

by Auerbach und JR

Die Fernsehnation muss handeln

Deutschlands Fernsehzuschauer müssen sich in den kommenden Jahren gleich auf drei einschneidende Umstellungen einstellen, meldete die „Welt“ am Freitag:

Zuerst wird das bisherige Antennenfernsehen DVB-T abgeschaltet und auf einen neuen Standard umgestellt. Dann verschwindet das analoge Fernsehen aus dem TV-Kabel. Und schließlich wird die Übertragung im Standard-Format eingestellt.

Wer als TV-Verbraucher nicht handle, stehe vor einem „Blackout“, so der Autor, Thomas Heuzeroth.

 

 

Merkel_Gruene

Wer jetzt nicht austritt, findet sich in der Christlich-Demokratischen Union – vor 1970 – wieder // Illustration: Sofortbild_blog

Wer jetzt noch grünes Parteimitglied ist …

… sollte die Gesichter in seiner näheren politischen Umgebung bei Gelegenheit mal abstauben und sie sich genau angucken:

Die Anhängerschaft der Grünen setzt den Angaben zufolge stärker auf Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU, 51 Prozent) und die evangelische Theologin Margot Käßmann (ebenfalls 51 Prozent) als auf Steinmeier (42 Prozent),

meldet die „Zeit“ online.

Das ist schwärzer als schwarz. Wer jetzt nicht austritt, findet sich in der Christlich-Demokratischen Union – vor 1970 – wieder. Und steht vor einem Blackout.

(Dass 42 Prozent Steinmeier gut finden, bringt auch kein Licht ins Dunkel.)

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Spratley-Inseln: Philippinen gegen China

Experten aus mehreren Ländern unterstützen laut einer Xinhua-Meldung vom Donnerstag die chinesische Position, der zufolge eine Initiative der Philippinen vor dem Ständigen Schiedshof in Den Haag nicht zulässig sei.

Die Experten sehen keine Zuständigkeit des Schiedshofes, Entscheidungen zu Souveränitätsrechten zu treffen – vergleiche zu diesem Argument auch „Shangri-La“, drittletzte Headline im Morning Roundup am vorigen Samstag. Xinhua interviewte zu diesem Thema einen pakistanischen Gesprächspartner, Joseph Matthews vom ASEAN Education Center und Stefan Talmon, Anwalt und Rechtswissenschaftler in Bonn.

Der Schiedshof selbst allerdings erklärte sich im Oktober vorigen Jahres für zuständig. Beijing erklärte, man werde an den Verhandlungen in den Haag nicht teilnehmen, und warf den Philippinen vor, diplomatische Kanäle nicht vollständig genutzt zu haben. Dafür nutzt Beijing die diplomatischenb Kanäle jetzt noch einmal b8is zum Anschlag: Hong Lei, ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, rief den neugewählten philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte dazu auf, das Schiedsverfahren in den Haag zurückzuziehen.

Drei Rechtswissenschaftler aus Hainan und den USA erklärten im Januar in einem Artikel für die Singapurer „Straits Times“, wie die chinesische Position zustande kam.

Die Entscheidung des Schiedshofes dürfte unmittelbar bevorstehen. Eine Konfliktlösung würde sich daraus allerdings wohl allenfalls ergeben, wenn der Schiedshof China auf ganzer Linie recht gibt.

 

+++ Der Künstler +++

RUSSLAND. Der russische Konzeptkünstler Pjotr Pawlenski – a.k.a Der Hodennagler – soll nun doch nicht ins Gefängnis. Nach sechsmonatiger Untersuchungshaft und einer Einweisung in die Psychiatrie, forderte die Anklage für seine letzte Kunstaktion überraschend nur eine Geldstrafe. In Pawlenskis spektakulärem Kampf gegen die Politik Putins, hatte der Künstler Tore der FSB-Inlandgeheimdienst-Zentrale in Brand gesetzt. »Beschädigung von Kulturgut«, sagen die Moskauer Staatsanwälte. »Eine Farce ist das«, sagt der Angeklagte Pawlenski (siehe Nachtkritik 07.06.16).

 

Mehr zu der Arbeit Pawlenskis im Freitag: Wladimir Velminski (der Freitag | 18.05.2016) Ich opfere nicht.

Russland Der Aktionskünstler Pjotr Pawlenski sitzt seit sechs Monaten in Haft und schweigt. Viele sehen in ihm einen Helden. Nun meldet er sich zu Wort: Den folgenden Text Heroisierungen, in dem er seine Ambitionen und Ziele verdeutlicht, hat er in den vergangenen Tagen hinter Gittern verfasst. (der Freitag 18.5.16)

Oder im Freitag-ARCHIV (2014): Shaun Walker, Ich ist ein Stück Kadaver, der Freitag Ausgabe 0714 | 26.02.2014 https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/ich-ist-ein-stueck-kadaver/view

 

+++ Update / 11/06/2016 –10:36 Uhr +++

LITERATUR: Karl Ove Knausgaard zum 100. Jubiläum von James Joyces A Portrait of the Artist as a Young Man

Karl Ove Knausgaard zum 100. Jubiläum von James Joyces »A Portrait of the Artist as a Young Man« über die Entstehugsgeschichte des Buches. Wie alles von Knausgaard, großartig geschieben; der Longread des Wochenendes, New York Times 25.5.2016.

»The reviews spoke of the author’s “cloacal obsession” and “the slime of foul sewers,” comments that seem strange today, insofar as it is the subjective aspect of the book, the struggle that goes on inside the mind of its young protagonist, that perhaps stands out to us now as its most striking feature. What appeared at the time to be unprecedented about the novel seems more mundane to us today, whereas what then came across as mundane now seems unprecedented. Joyce’s novel remains vital, in contrast to almost all other novels published in 1916, because he forcefully strived toward an idiosyncratic form of expression, a language intrinsic to the story he wanted to tell, about the young protagonist, Stephen Dedalus, and his formative years in Dublin, in which uniqueness was the very point and the question of what constitutes the individual was the issue posed.« Karl Ove Knausgaard, A Portrait of the Artist as a Young Man, New York Times 25.5.2016.